Wie arbeitet Tanz- und Bewegungstherapie?

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 Integrative Tanztherapie - eine Kurzdarstellung

Hintergrund
Tanz- und Bewegungstherapie orientiert sich an der Humanistischen Therapietheorie. Sie bezieht gleichermassen natur- und geisteswissenschaftlichen Grundlagen und ästhetische Theorien der Bewegungskunst in ihre Anwendung mit ein.      Ihre Praxis wird seit einiger Zeit von der aktuellen neurobiologischen Forschung bestätigt. Die Zahl der Forschungs-arbeiten und Wirksamkeitsstudien in den unterschiedlichen Anwendungsbereichen der Tanz- und Bewegungstherapie wächst kontinuierlich.
Der Tanz- und Bewegungstherapie  stehen für den Bereich Körperwahrnehmung (Perzeption) ein breites Spektrum an Techniken zur Verfügung. Der Bewegungsausdruck (Expression) wird von Elementen aus unterschiedlichen Tanztechniken und gezielten Bewegungsinterventionen (mit und ohne Musik) unterstützt.

Entstehungsgeschichte
Die Tanz- und Bewegungstherapie entstand zu Beginn des letzten Jahrhunderts und gehört zu den künstlerischen Therapien. Für den Therapieprozess nützt sie das Selbst-Erleben durch den Körper und fördert den menschlichen Ausdruck durch Bewegung und  Tanz. Die Symbolisierung (Bedeutung der Bewegung), wie sie in der Kunst zum Ausdruck kommt, hat in der Tanz- und Bewegungstherapie eine grosse Bedeutung und findet vielseitig Anwendung.

Therapieprozess/Diagnostik//Intervention
Das Therapieziel wird zu Beginn der Behandlung gemeinsam mit  der Therapeutin abgesprochen und bezieht bereits bestehende medizinische Diagnosen mit ein. Der Prozess der Tanz- und Bewegungstherapie orientiert sich am Therapieziel und berücksichtiget bestehende Krankheiten, die aktuelle Verfassung und die momentane Lebenslage ebenso wie die im Prozess auftauchende Themen und Bedürfnisse des/r KlientIn. Jede Sitzung enthält eine Explorations-, eine Vertiefungs- und eine Integrationsphase und hat zum Ziel, die gesunden Anteile des/r KlientIn und seine/ihre eigenen Ressourcen zu stärken. Für die Bewegungsdiagnostik wird das Kestenberg Movement Profile angewendet. Es ist die Grundlage für die Diagnostik und für alle (Bewegungs)interventionen. Jede Sitzung wird zugunsten der Qualitätssicherung und zur Dokumentation des Therapieprozesses protokolliert.

Rolle der Therapeutin
Die Therapeutin unterstützt den Prozess durch verbale Interventionen   und mit Hilfe des der Tanz- und Bewegungstherapie eigenen  Phänomens der kinästhetischen Empathie*.  Sie nützt ihr Wissen und  ihre Erfahrung  für ausgewählte und gezielte Bewegungsinterventionen und zieht gleichzeitig die Dynamik der Übertragung und Gegenübertragung für eine die Therapie unterstützende und tragende Beziehung mit ein.
*Kinästhetische Empathie: Die muskulär erlebte Resonanz auf innerlichvorgestellte oder äusserlich wahrgenommene Bewegung, die im eigenen Bewegungsgefühl erkennbar wird.

Ziel der Tanz- und Bewegungstherapie
Ziel der Tanz- und Bewegungstherapie ist die Wiederherstellung der Einheit von Körper, Emotion, Kognition und Spiritualität sowie der Balance und Regulation von Perzeption und Expression. Dadurch steigert sich das Selbstbewusstsein, der Selbstwert wächst und eröffnet der/dem KlientIn Wege zur Einsicht, Stabilität, Selbstregulation, Krankheitsbewältigung. Die Entwicklung von Copingstrategien und die Steigerung der Lebensqualität werden so möglich.

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